1994 gründete Pietro Tomasini die “Solidaritätsgruppe Partner für Gjirokastër”. Diese kleine Organisation bestand am Anfang aus zwei Lehrern und sieben Schülerinnen und Schülern der Kantonsschule Enge. Erstes Ziel der Gruppe war es, einer Partnerschule in Gjirokastër (Südalbanien) zu helfen. Gleichzeitig sollten die Aktionen Schweizer Jugendlichen neue und sinnvolle Betätigungsfelder eröffnen, in denen sie praktische Erfahrungen sammeln konnten.
Fasziniert von der Aufbauarbeit in einem wirtschaftlich benachteiligten Land, setzte die Solidaritätsgruppe nach dem ersten Materialtransport im Oktober 1994 ihre Arbeit in Südalbanien nicht nur fort, sondern baute sie konsequent aus. Während aus der Solidaritätsgruppe der Verein “Partner für Gjirokastër” (PfG) wurde, belieferte die Organisation in zwölf grossen Transporten weitere Schulen, Spitäler, Altersheime usw. Das natürliche Wachstum war von immer neuen Anfragen aus der Region Gjirokastër und von weiteren Materialangeboten von Schweizer Firmen geprägt.
Die Zahl der mitarbeitenden Schülerinnen und Schüler stieg stetig. Als 1999 mit der Kantonsschule Wiedikon noch ein zweites grosses Gymnasium gewonnen werden konnte, beteiligten sich fast 100 Schülerinnen und Schüler an den Aktionen von PfG. So wurde es möglich, nicht nur im Bezirk von Gjirokastër, sondern auch in der Region Lezhë (Nordalbanien) zu helfen. An beiden Orten vertraten äusserst verlässliche Partner die Schweizer Organisation. Deshalb konnte man sich von der einfachen Direkthilfe auf nachhaltige Projekte konzentrieren, die zudem immer grösser wurden. Den Schwerpunkt bildete weiterhin das Bildungswesen, in Gjirokastër und in Lezhë wurde je eine Mediothek eröffnet. Trotz eines damals sehr kleinen Jahresbudgets von ungefähr CHF 50′000.- bis 80′000.- gelang es PfG über die erwähnten Projekte im Bildungsbereich hinaus, ein Altersheim zu unterstützen, mit einer Naturschutzorganisation ein Projekt zu realisieren sowie Privatunternehmern und Kleinbauern Mikrokredite zu gewähren.
Einen letzten und traurigen Höhepunkt der Materialtransporte erlebten die Mitglieder von PfG im April 1999, als in einer kurzfristigen Aktion über 2000 Flüchtlinge aus dem Kosovo mit Nahrungsmitteln, Kleidern und Medikamenten versorgt werden konnten.
Der Verein war aber in dieser Grösse und mit dieser Struktur trotz enormen Einsatzes der Beteiligten kaum noch zu tragen. PfG suchte deshalb nach einer neuen Möglichkeit, um sich weiterhin im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit zu engagieren, die gewonnenen Erfahrungen einfliessen zu lassen und effizient und nachhaltig Aufbauarbeit, speziell im Bildungssektor, zu leisten. Es wurde beschlossen, ein neues Team zusammenzustellen, das in der Lage und gewillt ist, in diesem Bereich professionell zu arbeiten. In einem weiteren Schritt erfolgte 2001 die Umbenennung von PfG in IPA (International Project Aid). Dabei war es der neuen Organisation sehr wichtig, dass das Konzept, Schweizer Jugendlichen einen Einblick in die Entwicklungszusammenarbeit zu ermöglichen, beibehalten wird. Die Ziele in diesem Bereich wurden angepasst und ausgebaut. Schweizer Schülerinnen und Schüler können bei IPA eigene Projekte lancieren und betreuen und erwerben so viele Kompetenzen.
Im Verlaufe der folgenden Jahre baute IPA sein Engagement weiter aus. In Albanien arbeitet die Organisation inzwischen in sechs Distrikten. 2004 konnte ein Projekt in Rumänien (Region Maramures) realisiert werden, diese Zusammenarbeit wurde aber aus verschiedenen Gründen nicht fortgeführt. Stattdessen ergab sich ein Kontakt zu einer besonders armen Region im Norden Kameruns. Mit einer gelungenen Sanierung eines Schulhauses in Logone-Birni begann eine Zusammenarbeit, die immer grössere Ausmasse annimmt.
IPA und seine Geschäftsleitung sind im Verlaufe ihrer Tätigkeit in der Entwicklungszusammenarbeit mehrfach ausgezeichnet worden. Die wichtigsten dieser Preise sind der Profax-Preis (2005), das ZEWO-Gütesiegel (2006) und die Ehrenbürgerschaft der Kommune Dajç in Albanien (2007).


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